Dewi Brunet ist ein Künstler, der sich mit Falttechniken in verschiedenen Materialien und Anwendungen beschäftigt. Seine aktuelle Arbeit befindet sich an der Schnittstelle von Ökologie und Technologie, mit einem Schwerpunkt auf Roboterfalten (oder Oribotics). Ein Forschungsgebiet, in dem Natur, Origami und Robotik zusammenkommen. Die Installation Plantoïd lädt Sie in ein Ökosystem von pflanzeninspirierten Robotern ein.
Falten ist eine jahrhundertealte Technik, die Materialien ein Formgedächtnis verleiht. Das Handwerk wird heute nur noch von wenigen spezialisierten Ateliers ausgeübt, oft in der Haute Couture. Dennoch ist seine Relevanz viel größer: Denken Sie an mathematische Anwendungen in der Architektur oder sogar an das James-Webb-Teleskop, das dank Falttechnologie im Weltraum entfaltet werden konnte. Dewi Brunet haucht diesem verschwindenden Wissen neues Leben ein. Er arbeitet nicht nur mit unterschiedlichen Materialien, von Papier über Textilien bis hin zu Biomaterialien, sondern sucht auch nach Wegen, das Handwerk zu erneuern, zu bewahren und weiterzugeben, beispielsweise durch die Entwicklung von Alternativen zu den kostspieligen und empfindlichen Moules mittels digitaler und Laserschneidetechniken.
Ich betrachte das Falten als eine Technik, ein Ausdrucksmittel und ein multidisziplinäres Forschungsfeld.
Dewi Brunet ist ein Künstler, der sich seit mehr als fünfzehn Jahren mit der Kunst des Faltens beschäftigt. Als Autodidakt, der an der Schnittstelle von Architektur, Mode, Design, Kunst und Robotik arbeitet, untersucht er die Beziehung zwischen der lebenden Welt und der Technologie. Er konzentriert sich insbesondere auf den Bereich der Origami-Robotik (Oribotica) und erforscht sowohl deren ästhetische als auch technische und philosophische Dimensionen.
Das Falten bildet den Kern seiner Praxis. Es ist eine jahrhundertealte Technik, die Materialien ein Gedächtnis verleiht und Strukturen schafft, die sowohl funktional als auch poetisch sind. Mit Papier, Textilien und sogar Myzel haucht Brunet diesem fast verschwundenen Handwerk neues Leben ein. So wird das Falten mehr als eine Technik, sondern auch ein Ausdrucksmittel und ein multidisziplinäres Forschungsgebiet.
Für Plantoïd arbeitet Dewi Brunet mit dem DEFROST-Team von INRIA (Universität Lille) zusammen, das sich auf Soft-Robotik spezialisiert hat. Dieses Team erforscht das Design, die Entwicklung und die Steuerung von verformbaren Robotern. Gemeinsam untersuchen sie, wie sich die Beziehung zwischen der lebenden Welt und der Technologie entwickelt und neugestaltet. Die Installation besteht aus Substrate, einer großen Papierstruktur, sowie aus sphärischen und konischen Faltrobotern – Oribotic W1 und Eclosion –, die sich organisch, fast atmend bewegen. Sie bilden ein Ökosystem aus Roboterpflanzen, die auf ihre Umgebung reagieren. Es ertönt das Rascheln von Blättern, mechanische Geräusche und gefaltetes Papier. Das Ergebnis ist eine Landschaft, die gleichzeitig an einen Vulkan, den Meeresboden oder einen fremden Planeten erinnert – und vielleicht ein Vorbote der Erde von morgen ist.
Wer die Arbeiten von Dewi Brunet sehen möchte, kann vom 16. Oktober bis zum 4. Januar 2026 Texture Kortrijk besuchen. Von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr.
EXTRA: Am Sonntag, dem 23. November, veranstaltet Dewi im Rahmen des Tages der Wissenschaft ein „Behind the Folds” in Texture, bei dem Sie buchstäblich einen Blick unter das Kunstwerk werfen können. So entdecken Sie, wie Sensoren, Motoren und Faltstrukturen gemeinsam das Leben von Plantoïd steuern. Am 9. und 10. Mai 2026 organisieren wir außerdem eine zweitägige Meisterklasse zu Falttechniken und digitalem Laserschneiden.
Diese Installation ist Teil des Programms Tablescapes. Zwischen Falte und Prestige, einer Ausstellung in der Schatzkammer von Texture ab dem 26. September 2025. Als Kollektionspräsentation Nr. 6 zeigt sie eine Auswahl aus der einzigartigen historischen Damastkollektion des Museums im Dialog mit zeitgenössischen Werken des Meisterfalters Joan Sallas und der Textildesignerin Emilie Palle Holm.
Erleben Sie Plantoïd