Sterkat auf dem Bleichfeld (c) Sterkat

Künstler in Residenz: 
Ka(a)te Dejonckheere und Ester Bosschaert Devroe

Wann:
1/1/2025–30/3/2025

Sterkat auf dem Blechfeld:
Im Rahmen des Memento Festivals 2025 untersucht das zweiköpfige Kollektiv Sterkat den Raum zwischen Sprache und Bild. Sterkat stöbert in Archivstücken, Volksmärchen und landwirtschaftlichem Jargon, um Geschichte und Mythen zu verbreiten und neu zu ordnen. Daraus entsteht eine poetische Installation aus Bild und Wort. Die Installation reflektiert den Prozess des Bleichens und Fleckens, des Verhüllens und Offenlegens, des Aufrollens und Ausbreitens des Feldes/Körpers, um besät zu werden. Sterkat auf dem Bleichfeld ist Teil ihrer zyklischen Untersuchung von Landwirtschaft und weiblicher Arbeit und ist eine Ode an die jährliche Bleichsaison.

Wir ließen uns von der „Wächterin” inspirieren. Sie schaut zu und wird selbst beobachtet. Das erinnerte uns daran, wie Frauen sich heute online präsentieren und beobachtet werden (wollen).  

RESIDENZ

Inspiriert vom Jahreszyklus des Anbaus und der Verarbeitung von Flachs taucht Sterkat während ihrer Residenz in die Geschichte des Bleichens von Leinen ein. Die Bleichsaison begann traditionell im März. Die Sammlung von Texture enthält viele Bilder und Materialien, die die Grundlage für ihre eigene Interpretation des Prozesses bilden. Darüber hinaus suchen sie in Online-Datenbanken nach weiterem Bildmaterial. Eines der Bilder, das sie faszinierte, ist das der auf den Feldern ausgebreiteten Tücher, die dadurch ab März ganz weiß erscheinen. Neben Bildern ist auch Text eine wichtige Inspirationsquelle: Volksweisheiten im Zusammenhang mit der Leinenproduktion, Handbücher über den Bleichprozess und kanonische literarische Fragmente über die Frau im flämischen landwirtschaftlichen Kontext (u. a. De Vlaschaard (1907) von Stijn Streuvels, De boer die sterft (1918) von Karel van de Woestijne und De oostakkerse gedichten (1955) von Hugo Claus).  

Um Leinen sauber und weiß zu bleichen, muss es zunächst in Lauge eingeweicht werden: Übergossen und auf dem Feld ausgebreitet, wurde alles durch die Luft wiederhergestellt.

PRÄSENTATION

All dies wird in Texture in einer poetischen Filminstallation (14.-30. März 2025) im Rahmen des Memento Festivals zusammengeführt. Auf der Bleiche breiten eine fleißige Bleichfrau, eine Wachmagd (die Dienstmagd, die die Tücher bewacht), ein Bleichechef und eine Figur zwischen Mensch und Kuh auf der Suche nach einer passenden Rolle die Leinengewänder aus. Das Video lotet die vagen Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit aus, zwischen der Tradition des Bleichprozesses an der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Fabrikarbeit und heutigen Vorstellungen von Sauberkeit, Gleichheit, Arbeit und Geschlecht. 

Drei Gedichte begleiten die Bilder. Sie bieten einen zeitgenössischen Blick auf einige Prinzipien, die während des Bleichprozesses vom 18. Jahrhundert bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wichtig waren: Arbeit und Weiblichkeit, Überwachung und Macht, Reinheit und Perfektion sowie Rollen, die innerhalb eines kollektiven Prozesses bereits vorgegeben zu sein scheinen. Die Gedichte enthalten Reflexionen zu diesen Themen und Zitate aus den Texten, die als Inspiration dienten.   

Am Sonntag, dem 23. März 2025, dem ersten Sonntag im Frühling, wird die Installation in einer Erfahrung aus gemeinsamem Waschen, Poesie und Tanz zum Leben erweckt. Das Publikum ist eingeladen, ein Leinentuch zu reinigen, begleitet von einem Ritual, das die Vergangenheit der Textilarbeit ehrt.

Residenz in Zusammenarbeit mit dem Memento Festival Kortrijk

Testbild
Sterkat op het bleekveld (c) Stad Kortrijk
still uit Sterkat op het bleekveld (c) Sterktat
Sterkat op het bleekveld (c) Stad Kortrijk
Sterkat op het bleekveld (c) Stad Kortrijk