Schriftstellerin in Residenz:
Maryam Ahmadi
Wann:
24/01/2026 - 29/03/2026
Lose Fasern - Das Absurde des Alltags:
Während ihrer Residenz lässt sich Schriftstellerin Maryam Ahmadi von der Ausstellung Draad. Das Absurde ist überall inspirieren. Als Letterzetter taucht sie ein in die Absurdität des Lebens, der Welt und der Kunstwerke. Die Residenz ist Teil des Memento Woordfestival, kuratiert von Stadtdichterin Myriem El-Kaddouri.
Ich hatte vorher nicht wirklich über die vielfältige Verwendung von Textil nachgedacht: von der Unbequemlichkeit von Kleidung und wie sie unsere Bewegung lenkt, bis hin zur bemalten Tischdecke der Großmutter, die plötzlich eine neue Bedeutung bekommt. Dieser Reichtum an Möglichkeiten gab mir beim Schreiben viel Freiheit.
RESIDENZ
Maryam Ahmadi ist ein Energiebündel und ständig in Bewegung, während sie ihren Träumen nachjagt und versucht, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Begleitet von Schriftsteller und Dichter Vincent Van Meenen tauchte sie in der Ausstellung in die Absurdität unserer Welt ein. Wir klammern uns an Struktur und Effizienz, werfen diese Regeln aber gleichzeitig am liebsten wieder über Bord. Wie wir leben, was wir tragen und essen: All das ist ein gesellschaftliches Konstrukt. Selbst der Absurdismus hat als Genre seine Regeln. Was, wenn wir uns von allen Konventionen darüber lösen würden, was Sprache und Poesie oder bildende Kunst und Textil sein sollen?
Zwei Wochen lang taucht Memento Kortrijk in ein Sprachbad. Mit Vorstellungen, Debatten, Workshops, Autorentreffen, Ausstellungen, Installationen und Vorlesesitzungen zeigen sich die Wortkünste in all ihren Formen. Das Kollektiv Letterzetter, bestehend aus Schriftstellern zwischen 16 und 28 Jahren aus der Region Kortrijk, bringt das Wort auf kreative, mutige Weise ins Stadtbild und in den Alltag. Neben einer Stadtdichterschaft ist es auch ein Talentförderprogramm. Die Ausstellung Draad. Das Absurde ist überall ist Teil der Memento-Kunstroute.
PRÄSENTATION
Für den Open Call und die Faden-Ausstellung haben Texture und Kunstwerkt das Thema von Memento übernommen: Absurdität. Letterzetter Maryam ihrerseits findet während ihrer Residenz erneut Inspiration in der bildenden und textilen Kunst.
Maryams Diptychon – bestehend aus den Texten „Das Material" und „Das Rauschen" – bildet eine Brücke zwischen Wort und Bild. Die Verweise auf das Alltagsleben der Künstler:innen und die Suche nach Spannung in scheinbar logischen Dingen weckten Erinnerungen an ihr eigenes Leben. Die Ausstellung ließ Maryam noch einmal genau auf die vielfältige Verwendung von Textil schauen: von der Unbequemlichkeit von Kleidung und wie sie unsere Bewegung lenkt, bis zur Tischdecke der Großmutter, die plötzlich eine neue Bedeutung bekommt. Sie untersucht, wie Objekte uns zu repräsentieren scheinen, aber auch, wie wir Dinge wahrnehmen und daraus Bedeutung ziehen – eine Bedeutung, die von Person zu Person unterschiedlich ist, auch wenn wir dasselbe betrachten. Maryam fand Möglichkeiten und Freiheit im Absurden und lässt uns das als Leser:innen ebenfalls erfahren.
Lesen Sie „Lose Fasern - Das Absurde des Alltags" in der Ausstellung bis einschließlich 29. März und hier online.
In Zusammenarbeit mit dem Memento Woordfestival und dem Letterzetter Collectief